Monatstreffen der SPD Selb

28. Juli 2026

Beim monatlichen Treffen der SPD Selb war die Gaststätte „Zur Grünen Au“ in Erkersreuth gut gefüllt. Zahlreiche Mitglieder sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich über aktuelle kommunalpolitische Themen auszutauschen. Die beiden Stadträte Roland Graf und Kai Hammerschmidt führten durch den Abend.

Gemeinsam mit allen Anwesenden sandten sie herzliche Genesungsgrüße an den derzeit erkrankten Fraktionsvorsitzenden Walter Wejmelka. Der gesamte Ortsverein wünscht ihm weiterhin eine schnelle und vollständige Genesung.

Inhaltlich wurde intensiv über den Haushalt der Stadt Selb für das Jahr 2027 gesprochen. Stadtrat Graf betonte, dass die Stadt voraussichtlich ohne genehmigten Haushalt auskommen müsse. Gleichzeitig erläuterte er, dass sich im Stadtrat eine starke Zusammenarbeit zwischen CSU, Freien Wählern, einer Stadträtin der Grünen und der SPD entwickelt habe. Diese Konstellation versetze die demokratischen Kräfte in die Lage, eigene Anträge erfolgreich einzubringen oder auch Anträge des Oberbürgermeisters, die als nicht zielführend angesehen werden, abzulehnen. Dabei stehe jedoch stets das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowie die positive Entwicklung der Stadt Selb im Mittelpunkt.

Ein weiteres großes Thema war die anhaltende Stagnation rund um den Investor Müller und das Outlet. Nach Auffassung der Teilnehmenden verschlechtere sich die Situation zunehmend: Das Umfeld befinde sich weiterhin in einem unbefriedigenden Zustand, die Zuwegungen würden immer schlechter und Ankermieter verließen das „Schiff“. Politisch bestünden nach derzeitiger Rechtslage erst ab 2027 weitergehende Handlungsmöglichkeiten.

Kai Hammerschmidt kritisierte zudem deutlich die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Trotz einer hervorragenden Lage mit zwei Autobahnanschlüssen und der unmittelbaren Nähe zu Tschechien sei es in den vergangenen Jahren nicht gelungen, nennenswerte neue Unternehmen anzusiedeln. Dadurch fehlten heute zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen, die den Rückgang bestehender Einnahmen zumindest teilweise hätten ausgleichen können. Nach seiner Auffassung sei dies ein wesentliches Versäumnis des Oberbürgermeisters, das sich nun im städtischen Haushalt bemerkbar mache. Als Vergleich wurde die Entwicklung der Nachbarstadt Marktredwitz genannt, der es gelungen sei, in den vergangenen Jahren zahlreiche wirtschaftliche Impulse zu setzen. Hammerschmidt merkte in diesem Zusammenhang an, dass sich zeige, welche Bedeutung belastbare politische Netzwerke über die Stadtgrenzen hinaus – insbesondere nach München und Berlin – für die wirtschaftliche Entwicklung einer Kommune haben.

Trotz der kritischen Themen war es ein konstruktiver und harmonischer Abend. Ein besonderer Moment war der Eintritt von Maximilian „Max“ Kiesl in die SPD. Die Anwesenden begrüßten insbesondere, dass sich ein junger Selber für demokratische Politik engagiert. Gleichzeitig wurde dazu aufgerufen, dass sich noch mehr junge Menschen – nicht nur in der SPD, sondern auch in anderen demokratischen Parteien – aktiv einbringen.

Zum Abschluss wurden zahlreiche Fragen der Besucherinnen und Besucher beantwortet, unter anderem zu den Themen Hallenbad, Wiesenfest und weiteren aktuellen Entwicklungen in der Stadt. Nach rund drei Stunden endete die Veranstaltung. Die regelmäßigen Monatstreffen bleiben ein wichtiges Bindeglied zwischen Bürgerschaft und Kommunalpolitik: Sie bieten eine offene Plattform für Anregungen, Kritik und Ideen, die von den Stadträten direkt in die politische Arbeit und die demokratischen Entscheidungsprozesse eingebracht werden können.

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